ACEITUNAS PARTÍAS - "ZERDRÜCKTE", "GEÖFFNETE" OLIVEN

ACEITUNAS PARTÍAS - "ZERDRÜCKTE", "GEDRÜCKTE" OLIVEN

Ich hoffe, dir hat der kleine Ausflug nach Andalusien mit meinem Mann Simon gefallen… Es waren wieder zwei wirklich schöne Wochen bei meiner Familie in Spanien und meinen Olivenbäumen. Viele, viele Bilder haben wir gemacht, an denen wir dich nach und nach teilhaben lassen.

Heute würde ich sehr gerne ein wenig darüber schreiben, was wir denn noch so mit den  Arbequina-, Hojiblanca- und Picual-Oliven machen außer sie für unser leckeres extra natives Olivenöl von EL ANDALUZ zu verwenden. Und natürlich dreht es sich wieder einmal um eine alte Tradition in unseren andalusischen Familien. Vielleicht hast du sie schon einmal gesehen: Oliven, die in Gewürzen eingelegt bzw. mit Gewürzen verfeinert wurden. Auf Spanisch: Aceitunas partías. Ist hier in Deutschland eher selten bis gar nicht zu finden, was ich sehr schade finde, da das einfach super lecker ist. Selbst bei Google gibt es Stand heute keinen einzigen deutschsprachigen Treffer. Aber du hast ja mich, als deinen spanischen Oliven-Lieferanten. Wer weiß, wann du es auf deinem Tisch hast…

 

DIE ZUTATEN - ANDALUSIEN = SCHLARAFFENLAND

Granatäpfel auf dem Olivenhain von EL ANDALUZ.Das warme Andalusien ist natürlich perfekt für alle Zutaten, die wichtig sind für unsere Aceitunas partías: Gewürze, Gemüse und Obst, vor allem Zitronen. Wir haben aufgrund der warmen Temperaturen den Vorteil, dass bei uns einfach alles wächst. Das Gemüse zum Beispiel bekommt logischerweise sehr viel Sonne ab und entfaltet somit einen sehr intensiven Geschmack. So wie bei meinen Freunden, den Oliven, eben. Wir haben Paprika – egal, ob rot oder grün –, Knoblauch, Aubergine und vieles, vieles mehr in Massen bei uns. Sowie auch jegliche Art von Früchten, vor allem riesige Orangen- und Zitronenbäume. Ich kann es dir nur empfehlen: wenn du über Andalusien mal als Reiseziel nachdenkst, sind April und Mai eine sehr schöne Zeit dafür. Denn dann blühen sowohl die Orangen- als auch die Zitronenbäume. Und es duftet einfach wunderbar. Das muss man einfach mal erlebt haben. Die Zitronen – somit sehr ähnlich zu Oliven – werden zweimal im Jahr geerntet, da die Bäume einfach so viele Früchte produzieren, dass man sie gar nicht auf einmal alle verwerten kann. Neben diesen beiden Zitrusfrüchten sind auch Mandeln und vor allem Granatäpfel angesagt. In meiner Familie gelten Letztere seit jeher als Hausmittel Nummer eins: noch bis heute wirken Granatäpfel bei Schwangeren und jungen Leuten gegen Müdigkeit und Eisenmangel oder aber bei Nierenproblemen. Es fehlt zuhause eigentlich nie an Orangen, Zitronen oder Granatäpfeln – das sind die wichtigsten Säulen bei uns neben…


ALLES AUS EIGENEM ANBAU

Inma Cejas direkt inmitten von Oliven.
…ja, neben unseren Oliven natürlich. Und so habe ich nach einer langen Reise durch unseren Obst- und Gemüsegarten wieder den Bogen gefunden. Aceitunas partías waren das Thema. Hach, einfach lecker, wenn ich nur daran denke…
Aber das noch viel Schönere daran ist, dass alles aus unserem „Garten“ kommt und wir unsere eigenen Aceitunas partías herstellen. Ich erinnere mich immer gerne zurück, an die Zeit kurz vor Weihnachten. Da hat mein Papa mich immer mit in den Olivenhain genommen. Dort haben wir uns dann immer die besten Oliven (Arbequina, Hojiblanca, Picual) ausgesucht. Keine Angst, ein paar lassen wir auch übrig für unser extra natives Olivenöl von EL ANDALUZ. So viele können wir dann doch nicht selbst essen. Die meisten sind noch grün, einige sind schon ein wenig weiter gereift und haben einen ersten kleinen Lila-Touch.



WIE WERDEN ACEITUNAS PARTÍAS GEMACHT?

Aceitunas Partías - zerdrückte Oliven. Eine spanische Spezialität.Eines vorweg: So viel Liebe gibt es selten in einem anderen Produkt. Ca. 4 Wochen dauert die Herstellung der Aceitunas Partías nach traditioneller Art. So wie es mein Papa eben macht.
Zuerst werden die gepflückten Oliven erst einmal gewaschen. Anschließend, und das ist ganz entscheidend für die spätere Genießbarkeit einer Olive, werden die Oliven gepresst. Mein Papa macht das mit einer gefühlt 100 Jahre alten Handpresse. Warum ist das so wichtig? Dadurch platzt zunächst die Haut der Oliven auf. Diese werden dann in eine Tinaja, einen Tonkrug, zusammen mit Wasser gegeben. Zwei Wochen bleiben sie dort drin, das Wasser wird allerdings täglich gewechselt. Denn das ist essentiell: Die Olive verliert durch die Kombination „aufgeplatzte Haut“ und „Wasser“ nach und nach seine Bitterstoffe. Das heißt, er nach diesem Vorgang ist die Olive auch wirklich essbar. Ich würde keinem raten, eine Olive direkt vom Baum zu essen…

DIE HÄLFTE IST GESCHAFFT
Nach zwei Wochen sind wir dann immer vollbepackt zum Campo gegangen. Mit allerlei Gewürzen, auf Spanisch „Aliños“, wie Orgegano, Rosmarin oder auch Thymian. Mit leckerem Gemüse – Knoblauch, Paprika. Und Zitronen. Alles von meinem Papa selbst angebaut und geerntet, denn das schmeckt immer noch am besten. Das alles kommt dann wieder in die Tinaja und wird wiederum zwei Wochen stehen lassen, damit sich die verschiedenen Aromen mit den Oliven verbinden können. Der Stein bleibt übrigens als Geschmacksträger die ganze Zeit in der Olive drin.  

 

UND JETZT NUR NOCH GENIEßEN

Die fertigen Aceitunas Partías. Spaniens besondere Oliven.
Zum Schluss wird ein Großteil der Zutaten wieder entfernt und die Aceitunas partías sind bereit zum Verzehr. Meine Familie freut sich noch heute jedes Mal darauf, wenn es diese Spezialität bei uns gibt. Sie schmecken einfach himmlisch, so intensiv und vielfältig im Geschmack. Sie werden sehr oft einfach als kleiner Snack, als Tapa, auf den Tisch gestellt. Viele genießen sie auch zusammen mit einem leckeren Jerez, Sherry. Ich sag ja, ich muss die dir mal mitbringen.

Seit ich in Deutschland bin, bereitet mir mein Papa immer ein paar von diesem Oliven vor, damit ich zumindest ein paar für Dahoam habe. Denn hier sind sie so gut wie gar nicht zu bekommen. Aber sie sind eine absolute andalusische Spezialität, die nur gelingt mit den richtigen Zutaten zum richtigen Moment mit der notwendigen Zeit.

Bis zum nächsten Mal,
deine Inmaculada


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