WEIHNACHTEN IN SPANIEN

WEIHNACHTEN IN SPANIEN

In Spanien fängt Weihnachten eigentlich schon am 22. Dezember an – und zwar mit unserer größten Lotterie „El gordo de Navidad“. Sie existiert seit 1812, besitzt somit eine ganz alte Tradition und ist mittlerweile auch in ganz Europa bekannt. Vielleicht hast du ja auch schon einmal mitgespielt… Auf jeden Fall kaufen alle die Tickets schon im Laufe des Jahres. Die kann man überall besorgen, in Restaurants, Kaffees, Supermärkten – einfach überall...

Bei „El gordo“ – so wird sie kurz genannt – geht es um einen supergroßen Gewinn. Logisch, dass am 22. alle vor den Fernsehern und Radios sitzen und gespannt auf die „richtigen“ Zahlen hoffen. „El gordo“ dauert auch mal nicht eben nur fünf Minuten, sondern geht über volle drei Stunden. Die Lotterie ist bei uns in Spanien so beliebt, dass wir diese oftmals in Kinderheimen zum Beispiel "nachspielen". Alle werden zu diesem Anlass schick angezogen. Und die Zahlen werden nach und nach laut aufgerufen, bis ein Kind den Jackpot geknackt hat. Das ist denn die Königin oder der König des Abends. Und ja, für mich ist das der Beginn von Weihnachten.

 

SPANISCHE WEIHNACHTEN - VORBEREITUNGEN

Weihnachten in Spanien.Bei uns zu Hause hat immer meine liebe Oma alles organsiert. Und wir haben auch immer bei ihr Zuhause gefeiert. Das war jedes Jahr klar, wo Weihnachten steigt. Sie hat es einfach geliebt und ihre Freude auch auf ihre Enkelchen übertragen. Ich erinnere mich noch, dass mich meine Oma, als ich klein war, immer zum Einkaufen mitgenommen hat.
Bei der Vorbereitung hat sie in einem kleinen Heft immer notiert, wie viel Geld für was ausgegeben wird. Fehlen durften vor allem nicht die kleinen leckeren Schokoladen-Bonbons, die wir in einem Delikatessengeschäft schon meist eine Woche vorher gekauft haben. Wundert mich eigentlich so im Nachhinein, dass wir die nicht noch einmal bis Weihnachten nachkaufen mussten. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte wurden ebenso eine Woche vorher bestellt. Gemüse sowie Gewürze durfte ich dann kurz vorher immer frisch kaufen – und ein nettes Trinkgeld gab es dann noch von Oma dazu. Außerdem immer eines von den Schoko-Bonbons :)


SPANISCHE WEIHNACHTEN - DIE FAMILIE KOMMT

Weihnacht in Spanien heißt vor allem Tapas und Familie.Und dann ging es los: Meine Oma hat zwei Tage lang nur gekocht!
Ich fand das immer so schön, dabei zu sein und zu schauen, wie alles mit viel Liebe und Herz zubereitet wurde. Sie hat mir auch alles beigebracht. Vieles von dem, was ich heute Koche und euch in meinen Rezepten zeige, habe ich von meiner Oma. Aber das Beste war wirklich immer die Liebe und Geduld, mit der meine Oma bei der Sache war. Während des Kochens hatten wir auch immer Radio und Fernseher an, damit wir natürlich „El gordo“ die gesamte Zeit verfolgen konnten. Das und natürlich Weihnachtslieder waren fester Bestandteil unseres Oma-Enkelin Kochmarathons.
Meine Oma hat schon ab und zu das Bibbern bekommen. Sie hat oftmals gedacht, sie wird nie bis Weihnachten fertig. Denn schließlich musste ja alles auch für eine Menge an Personen reichen. Aber es hat immer geklappt.

Das große Schlemmen beginnt
Am 24. selbst haben wir immer früh begonnen alles für den Abend herzurichten und den Tisch langsam zu decken. Nachmittags kamen dann immer schon die ersten Gäste. Die Familie dann meist so gegen 18 / 19.00 Uhr. Um die 40 Personen konnten wir am Ende immer zählen, in einer kleinen Wohnung an einem langen, langen Tisch.

Als Willkommensgruß gab es erst einmal einen leckeren Anis-Schnaps – ganz typisch bei uns an Weihnachten. 20.00 Uhr begann dann die Christmette, bevor es gegen 21.30 Uhr mit den Vorspeisen, unseren Tapas, startete: Oliven, Olivenöl und Gewürze auf Brot, Garnelen, Muscheln, auf jeden Fall Iberico Schinken, Manchego Käse... Über Hauptspeise und Nachtisch – immer auch gerne mit einem leckeren Rot- oder Weißwein aus der Region an der Seite – saßen wir bis mindestens 3.30 Uhr, haben gegessen, lustige Geschichten erzählt und einfach die Geselligkeit genossen. Am nächsten Morgen übrigens ging es dann weiter – es gab ja noch leckere Reste. Der 26. stand dann mehr unter dem Motto „Feiern mit Freundinnen und Freunden“.


SPANISCHE WEIHNACHTEN - WIE IST DAS EIGENTLICH MIT DEN GESCHENKEN!?

Weihnachtsgeschenke gibt es in Spanien am Tag der Heiligen Drei Könige.In Spanien kommt am 24. kein Christkind, somit gibt es bei uns an Weihnachten auch keine Geschenke. In Spanien werden die Geschenke in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar – also in der Nacht auf Heilige Drei Könige – gebracht – so wie die Könige damals dem Jesukind die Geschenke Weihrauch, Gold und Myrrhe überreicht hatte.
So kommen auch heute noch in Spanien die Heiligen Drei Könige – vollgepackt mit vielen schönen Dingen für die Kids. Auch deswegen steht bei uns der Weihnachtsbaum noch bis zum 06.01. Die Kinder stellen dann am Vorabend Schuhe und Stiefel auf die Fensterbänke, Balkone oder Terrassen. Die Heiligen Drei Könige wissen auch in Spanien durch die Wunschzettel der Kinder, die sie schon einige Wochen vorher geschrieben haben, was sie denn Schönes mitbringen dürfen. Gut, und am 06. Januar ist natürlich dann einiger Trubel auf unseren Straßen, wenn alle Kinder ihre Geschenke testen und wieder anderen zeigen.

Ich verbinde auf jeden Fall viele, viele schöne Erinnerungen an die zurückliegenden Weihnachtsfeste und freue mich jedes Jahr aufs Neue. Und auch jetzt ist es etwas ganz Besonderes in die strahlenden Augen meiner Kinder zu schauen.
Ich wünsche euch auf jeden Fall ein ebenso schönes wie besinnliches Weihnachtsfest, aber vor allem ein paar ruhigere, friedliche und schöne Tage im Kreise eurer Familie und Freunden!

Feliz Navidad,
eure Inmaculada

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